Herausforderung
Ausstellungsdesign in einem denkmalgeschützten mittelalterlichen Gebäude ist ebenso eine Frage der Zurückhaltung wie der Kommunikation. Jede Tafel, jede Objektbeschriftung, jedes Richtungsschild muss seinen Platz verdienen. In einem Raum dieser Qualität kann die falsche Materialwahl, der falsche Maßstab oder der falsche typografische Ton genau das mindern, was man zu erklären versucht.
Das Briefing verlangte ein System, das echte Zweisprachigkeit (Deutsch und Englisch in gleichwertiger Behandlung), Zugänglichkeit für Besucher aller Altersgruppen und Sprachhintergründe sowie Kohärenz über die dramatisch variierenden Räume der Burg hinweg sicherstellt — von großen gewölbten Sälen bis zu engen gotischen Korridoren.
Objektbeschriftungen für eine vielfältige Sammlung — mittelalterliche Keramiken, historische Dokumente, Kunstwerke und Raritäten — mussten einem einheitlichen Format folgen, dabei jedoch sehr unterschiedliche Informationsmengen transportieren.
Lösung
Wir entwickelten ein textbasiertes System, das auf struktureller Klarheit und konsequenter typografischer Strenge aufbaut. Die Hierarchie ist eindeutig: Ausstellungstitel, Kapiteleinführung, Fließtext und Objektbeschriftung besetzen jeweils eine distinkte visuelle Ebene. Die Schriftwahl — klar, zeitgenössisch, hochlesbar — funktioniert im Umgebungslicht der Burg, ohne mit dem Mauerwerk oder den Artefakten zu konkurrieren.
Jede Tafel ist durchgehend zweisprachig: Deutsch und Englisch erscheinen in einem konsistenten Parallelformat, nie als Nachgedanke. Das Wegeleitsystem reduziert die Navigation auf die einfachst mögliche Form: Richtungspfeile und Ausstellungsnamen, die Besucher auf einen Blick verstehen.
Die Palette ist bewusste Zurückhaltung: Weiß, Schwarz und die Papiertöne der Materialien selbst. Farbe kommt ausschließlich durch historische Abbildungen und originale Artefakte ins Bild — nie durch das Design aufgezwungen.
Unsere Leistungen
- Ausstellungsdesign: Texttafeln, Kapiteleinführungen und konzeptionelle Kommunikation für zwei vollständige Dauerausstellungen
- Beschilderungsdesign: Zweisprachige Wegeleitung durch die komplexe räumliche Abfolge der Burg mit absoluter Klarheit
- Printdesign: Objektbeschriftungen, Begleitmaterialien und Mitnahmeformate für die Ausstellung
Ergebnis
Ein Ausstellungskommunikationssystem, das im besten Sinne unsichtbar geworden ist — es dient dem Besucher, ohne auf sich aufmerksam zu machen, und lässt Burg und Sammlung die Arbeit tun.
Das Landgrafenschloss verfügt jetzt über eine Designsprache, die konsistent auf zukünftige Ausstellungen, neue Erwerbungen und wechselnde Präsentationen ausgeweitet werden kann. Das System funktioniert, weil es nie mit dem konkurriert, was es kommuniziert.














